Geschichte

Geschichte - wie alles begann

Am 1. November 1928 gründeten "10 mutige Männer in einer gewiss nicht leichten Zeit den Musikverein Dickenschied" (Festschrift 55 Jahre MV, 1983), nämlich Alois Uhl, Ferdinand Hähn, Josef, Ernst und Michael Vier, August, Bernhard und Josef Heck, sowie Josef Schlarb und Gerold Kuhn. Da jede finanzielle Grundlage zunächst fehlte, mussten die Mittel für den Instrumentenkauf von den Bürgern geliehen werden. Man spielte in den Dörfern der Umgebung um die Schulden zu tilgen - manchmal an zwei verschiedenen Orten zugleich, indem man den Verein aufteilte. Natürlich wurden die Wege, wie damals üblich, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt.

Wer im Verein mitmachen wollte, musste zunächst eine Aufnahmegebühr bezahlen, unentschuldigtes Fehlen oder Zuspätkommen bedeutete automatisch eine empfindliche Geldstrafe. Die Ausbildung der Musiker wurde von ihrem Dirigenten und Musiklehrer Gräf (Stipshausen) mit großem Einsatz und Erfolg durchgeführt, später von August Heck. Den Vorsitz hatte damals Josef Vier (Schwickerts).

Im Zweiten Weltkrieg musste die Vereinstätigkeit eingestellt werden. 1950 wurde wieder geprobt und die ersten Musikaufführungen fanden statt. Wie schon früher traf man sich in Privathäusern oder in der Küche vom Gasthaus Piroth und übte. In dieser schwierigen Nachkriegszeit wurde der Verein durch Helmut Hähn musikalisch betreut, unter erneutem Vorsitz von Josef Vier.

Der Musikverein als Traditionsträger und Initiator

Viele heutige Traditionen basieren auf der Initiative des Musikvereins. Der Fastnachtszug (vor dem Krieg mit "Bär") der 50er und 60er Jahre war eine fast ausschließliche Sache des Musikvereins. Anschließend wurden dann in einer Wirtschaft gesammelte Eier und Speck verzehrt. Mehrfach ging man auch im Anschluss an den Dickenschieder Fastnachtszug in andere Dörfer (z.B. Schneppenbach oder Gemünden) um Fastnachtslieder zu spielen.

Neben dem Dickenschieder Wappen, wozu der Musikverein den Antrag stellte, geht auch die alljährliche Gedächtnisfeier am Grab Paul Schneiders auf dem Friedhof auf die Initiative des Musikvereins zurück, weiter sind der Fackelzug am St. Martinstag sowie die früher stattfindende Nikolausfeier für die Kleinen zu nennen.

Kaum eine größere oder kleinere oder weltliche Festlichkeit in Dickenschied ist ohne den Musikverein denkbar. Mehrere Jahre fand auch ein Silvesterblasen statt. Außerdem gestaltet der Musikverein mit dem Sportverein seit Jahren die Kappensitzung.